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die tochter von lucienne boyer und jacques pills, verbrachte schon ihre gesamte kindheit hinter den kulissen der internationalen musikszene.
kein wunder, dass sie davon träumte, eines tages selber auf „die bretter, die die welt bedeuten“ zu steigen und sie erreicht dieses ziel mit einem auftritt an
der seite von marlene dietrich. dieser erster erfolg entfacht die leidenschaft dieses berufes in ihr und sie entschliesst sich, ihre stimme zu schulen. 1960
schafft sie bereits den durchbruch: das glück lacht ihr zu: mit dem lied:

genauer gesagt am 29. märz. da nämlich nimmt sie in london am grand prix eurovision de la
chanson teil. mit der startnummer 15 geht sie als letzte interpretin der konkurrenz auf die bühne. ihr melodiöser titel "tom pillibi", geschrieben
von andre popp und pierre cour, wird von den internationalen juroren mit 52 punkten bedacht und landet vor dem britischen wettbewerbstitel
auf platz 1. damit erhält frankreich bereits zum zweiten mal die siegertrophäe und hat mit jacqueline boyer zugleich einen weiteren exportartikel
in sachen chanson und schlager.
als kind berühmter eltern kommt jacqueline boyer 1941 in paris zur welt. ihre mutter ist die legendäre chansonette lucienne boyer, die mit ihrer
unvergleichlichen interpretation von "parlez-moi d'amour" weltruhm erlangte. auch ihr vater jacques pills ist ein bekannter sänger, der sich später
von lusienne boyer scheiden liess und die berühmte edith piaf zu heiraten und jacqueline boyers stifmutter wird.
bei so viel musikalität in der familie ist es in die wiege gelegt, dass auch jacqueline dieses talent geerbt hat. bereits in jungen jahren tritt
sie im cabaret ihrer mutter am montmatre in paris auf, wo sie die zierliche französin ihre zuhörer mit ihrer zarten klaren stimme und charme alle
in ihren bann zieht. dort wird sie eines tages von franck pourcel gehört, der sie zunächst zum rundfunk bringt und anschließend den kontakt zur
plattenindustrie herstellt. als die 18jährige jacqueline in london ihren großem triumph feiert, ist er als dirigent dabei. in fast allen europäischen
ländern, sogar in grossbritannien, kann sich die bis dahin nur in frankreich populäre sängerin mit ihrem siegerlied in den hitlisten platzieren. tom
pillibi sollte sie von diesem tag an ein leben lang begleiten. sie wird mit angeboten überhäuft und steht am beginn einer internationalen karriere.
das teenagerblatt BRAVO widmet ihr einen halbseitigen bericht und schreibt: "klein, jung aber oho. wer damals im BRAVO kam, der war in der tat schon
ein idol.
der titel konnte sich in allen wichtigen
europäischen hitparaden platzieren und verhalf ihr zu einer internationalen karriere.
tom pillibi
gewinnt sie den grand prix der eurovision und im selben jahr auch gleich noch „le coq d’or“ (der goldene hahn) des französischen chansons, mit dem titel
comme au premier jour

danach erreichen sie zahllose vertragsangebote: jacqueline singt im ersten teil der charles aznavour shows. sie reist in die vereinigten
staaten und wird dort für verschiedene fernsehshows (pat boone – perry como – ed sullivan) engagiert. zurück in frankreich, geht sie mit
jacques brel und georges brassens auf tournee und in deutschland singt sie in stuttgart vor 500'000 personen für die wahlfestlich-keiten
des bundeskanzlers willy brandt.
ihren grössten schlagererfolg auf dem deutschen markt
hatte sie mit der christian bruhn komposition:
mitsou

das eine französin, die in deutscher sprache vom fernen china singt – diese zusammensetzung mag heute mehr als sonderbar erscheinen, ist jedoch
im schlagergeschäft der 60er jahre war das absolut nichts besonderes. im gegenteil. da sag man oft über sachen die wir heute nicht mehr verstehen
würden so wie man heute sachen besingt die nicht unbedingt besungen werden müssen, aber wie auch immer, jacqueline boyer sag zu einer zeit unbeschwerte
lieder in einer unbeschwerter musikwelt. MITSOU war selbst damals eine überraschungen, die das musikgeschäft, auch heute noch, machmal noch
erlebt.
in deutschland wird die dunkelhaarige mit den grünen augen die aus dem ewig besungenen paris
kommt, nach MITSOU nur noch auf fernöstliche schlager festgelegt. so kommen lieder wie :
hongkong-mädchen
oder BUTTERFLY

und little little china girl

auf dem markt. doch diese lieder kommen nicht im entferntesten an mitsou! und bleiben erfolglos.

jacqueline hat sich trotz ihrer berühmten mutter in frankreich selber einen namen gemacht und über nacht war sie in ganz europa bekannt.
natürlich wird "tom pillibi" auch in einer deutschen version veröffentlicht und diese erreicht schon bald respektable hitparadenpositionen.
die bavaria-filmproduktion. die gerade eine französische chansonsängerin für den spionagefilm "soldatensender calais" sucht, vergibt diese rolle an
jacqueline boyer. anschließend warten bereits wieder engagements in europa auf sie. dazu gehören u.a. ein auftritt in dem deutschen musikfilm "schlager-raketen".

während in deutschland
immer noch "tom pillibi" in den hitparaden vertreten ist, klettert gänzlich unerwartet auch die rückseite "grüss mir die liebe" in die charts. damit war klar,
dass jacqueline weiterhin in deutsch singen würde.
ihren nächsten titel "mademoiselle de paris in tirol", bei dem man französische musetteklänge mit alpenländischer blasmusik und kuhglocken kombiniert, präsentiert
sie in dem schlagerfilm "gauner-serenade". bekannte gesangsstars wie fred bertelmann, rocco granata, dany mann, chris howland und jan & kjeld sind ebenfalls mit
von der partie.
im november 1960 heiratet sie ihren
chansonkollegen francois lubiana. ein ereignis, dem tausende von schaulustigen beiwohnen. die flitterwochen muss das junge
paar zunächst jedoch verschieben, denn jacqueline ist für den rest des jahres ausgebucht. dietmar schönherr holt sie in seine tv-show "besuch aus paris" und
auch der deutsche musikmarkt will weiterhin mit neuen liedern beliefert werden. ihre deutsche plattenfirma glaubt, eine besonders pfiffige idee zu haben und
lässt sie ein duett mit ihrer mutter singen. doch abgesehen von diesem publicity-gag gibt die nummer nicht viel her und geht sang- und klanglos unter. ein
gemeinsames lied mit ihrem ehemann erweist sich ebenfalls als flop. fast scheint es, als ob die zierliche sängerin bei uns nicht mehr gefragt sei.

jacqueline boyer, die sich von dem ständigen rummel ohnehin oft überfordert fühlt, nimmt es eher gelassen, bleibt ihr doch so mehr zeit, das noch junge eheglück
zu genießen. bald darauf sieht sie mutterfreuden entgegen und bekommt eine tochter. in frankreich findet sie nach der babypause sofort wieder anschluss und
kann sich dort 1963 als musical-darstellerin in "le mystere de paris" profilieren.
für das publikum in deutschland nimmt sie im selben jahr den ttel
MITSOU auf der ihr endlich zum durchbruch verhilft.
dabei haben die autoren christian bruhn und georg buschor dieses lied eigentlich für conny frobess geschrieben, die im jahr zuvor mit "zwei kleine italiener"-
ebenfalls von bruhn/buschor - die deutschen schlagerfestspiele gewonnen hat. connys damaliger produzent heinz gietz, der selber ein erfolgreicher komponist ist,
versorgt seinen star aber lieber mit eigenen werken. da er mitsou jedoch als hitverdächtig einschätzt, sucht er nach einer geeigneten interpretin und findet sie
schließlich in jacqueline boyer, die bei den deutschen fans schon fast in vergessenheit geraten war.

wie der erfolg beweist, besitzt sie durchaus das nötige flair, den plattenkäufern diesen schlagertraum von kirschblüten und laternenfest schmackhaft zu machen.
nach einem auftritt in "musik aus studio b" am 27. mai 1963 erfolgt ein ansturm auf die plattenläden. am 8. juni 1963 wird das lied zum ersten mal in den charts
notiert. der titel kann sich insgesamt 34 wochen lang in der bestsellerliste halten und behauptet sich davon 15 wochen in den top-ten. in der bravo-musikbox steigt
das lied sogar auf platz 5. ein solcher langzeiterfolg hat selbst für damalige begriffe seltenheitswert und die französin ist wieder ganz groß im geschäft. in der
jahresbilanz 1965 wird sie unter den erfolgreichsten sängerinnen auf rang 5 notiert.
als im rahmenprogramm der deutschen schlagerfestspiele 1964 die hits des abgelaufenen jahres vorgestellt werden, kann jacqueline boyer für mitsou noch einmal
stürmischen applaus entgegennehmen.
doch nach mitsou kann kein lied das die französin nein aufnimmt nur annährend das wasser reichen und auch sonst meint es das schicksal nicht gut mit ihr. bei einem
autounfall wird sie 1966 schwer verletzt und erleidet infolge des schocks einen gedächtnisverlust. erst nach monaten kann sie sich nach und nach wieder an ihr leben
erinnern.

das unglück hinterlässt spuren in ihrem leben. sie trennt sich von ihrem mann und zieht sich für eine weile aus der öffentlichkeit zurück. später versucht sie wieder
im showgeschäft fuß zu fassen. heinz gietz, ihr ehemaliger produzent, nimmt sie 1968 für sein neu gegründetes label "cornet" unter vertrag und verhilft ihr zu weiteren
chart-erfolgen. mit "mucho amore" hat sie 1969 sogar wieder einen top-ten-hit.
eine zeitlang kann sie sich noch in der deutschen schlagerszene behaupten. allmählich beginnt ihr stern zu verblassen.
die misserfolge der 70 jahre liegen hauptsächlich am songmaterial, die deutschen schlagermacher wussten offensichtlich mit dem talent von jacqueline boyer nicht viel
anzufangen und verheizten sie mit oft belanglosen liedern, die ihrem können in keiner weise gerecht wurden.
1971 explodiert sie
vor freude, als ihr bruno coquatrix, der direktor des
weltberühmten musiktempels „olympia“, vorschlägt,
zusammen mit dem meister des französischen chansons,
charles trenet, aufzutreten. daraufhin folgen weitere
konzerttourneen, wiederum mit charles aznavour, in
deutschland, im berühmten londoner palladium, in japan,
new york, etc... dazwischen findet sie auch noch zeit,
in paris eine musikshow mit ihrer mutter lucienne boyer,
wiederum im olympia-theater, auf die beine zu stellen.
ihre zahlreichen tourneen, von stadt zu stadt und land
zu land, inspirieren sie, ihre eigene show zu
„amerikanisieren“. sie engagiert ein neues team von
musikern und ändert ihren namen in barbara benton. unter
diesem pseudonym nimmt sie mehrere platten auf, wobei „believing“
und „time and time again“ zu rennern werden.
aber nach so vielen jahren, fern der heimat, beginnt sie
sich nach ihrem ursprungsland zu sehnen, kehrt nach
frankreich zurück und nimmt auch wieder ihren eigenen
namen an. in erinnerung an ihre mutter, stellt sie eine
show, mit dem titel „parlez-moi d’amour“, auf die beine.
sie triumphiert damit in kanada und geht nun mit diesem
neuen programm in frankreich auf tournee.
später präsentiert jacqueline diese show ebenfalls in
europa, gastiert in verschiedenen fernsehprogrammen und
erhielt auch bereits eerste filmangebote.
heute singt jacqueline songst die ihr mehr entsprechen mit liedern wie CHANGRIN D’AMITIE und JE VEUX FAIRE L’AMOUR AVEC LES YEUX kommt ihre stimme so zur geltuung
wie sie ist und nicht wie man sie wollte. ihre zarte gefühlvolle stimme begeistert zuletzt auch harte pop, rap und havyfans. der titel TOUR EIFFEL und PLUS beweisen,
dass sie zuletzt zu den ganz grossen gehört und zweifellos eine der ganz grossen ihre neuen cd wie NUANCE und TOUS LES VISAGES DE JACQUELINE BOYER und nicht zu vergessen
die neuste CD mit ihren aller besten HITS!

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